Parallelverteilung 

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Stand der Technik

Das flächendeckende Verteilen von Flyern, Prospekten und anderen Werbematerialien in Hausbriefkästen ist eine verbreitete Werbemethode. In der Regel erteilen die Kunden den Verteilauftrag an eine Werbeagentur, welche wiederum bezahlte Arbeitskräfte mit dem eigentlichen Verteilen beauftragt. Erfahrungsgemäß kann ein Verteiler zwischen 2 und 5 Flyer pro Minute einwerfen (Laufzeit von Haus zu Haus eingerechnet. Der niedrigere Wert gilt für Gebiete mit ausschließlich Mehrfamilienhäusern, der höhere Wert für Gebiete mit ausschließlich Einfamilienhäusern). Bei 1000 zu verteilenden Flyern und einem angenommenen Stundenlohn von 8,50 € ergeben sich entsprechend Arbeitszeiten von 3 bis 8 Stunden und Kosten von etwa 30-70 € allein an Lohnkosten für das Verteilpersonal. Dazu kommen Treibstoff- und Lohnkosten für die Zustellung der Werbematerialien zu den Verteilern, Agenturgebühren etc. Diese Kosten sind vor allem bei größeren Aktionen signifikant, entsprechend werden im Bereich der Prospekteverteilung häufig deutlich niedrigere Löhne als die oben avisierten 8,50€ pro Stunde gezahlt (die Arbeitskräfte arbeiten in der Regel auf selbständiger Basis und unterliegen keinem Tarif- oder Stundenlohn)

Die Kosten lassen sich aber auch durch Parallelverteilung signifikant senken. Wenn das Verteilpersonal gleichzeitig zwei Flyer von verschiedenen Kunden in die Briefkästen einwirft, können im selben Zeitraum 2000 Flyer untergebracht werden, bei praktisch gleichem Aufwand an Arbeitszeit und Transportkosten d.h. pro Flyer gerechnet halbieren sich Zeitaufwand und Transportkosten). Auch die Personalkosten verringern sich, pro Flyer gerechnet, deutlich (hier erfolgt keine Halbierung, da das Personal für die Mehrleistung entsprechend auch eine höhere Entlohnung erhalten sollte).

Trotzdem ist Parallelverteilung bislang kaum etabliert. Die wichtigste bestehende Variante ist das Verteilen von Werbematerialien gemeinsam mit kostenlosen Zeitungen. Diese Variante wird stark genutzt, was allerdings zu einer gewissen „Überflutung“ der Empfänger mit Werbematerial führt. Die Hausbewohner erhalten, gemeinsam mit der Zeitung, einen dicken Packen von Werbematerial und entsorgen diesen häufig ungelesen. Aus logistischen Gründen ist hier häufig auch nur eine Verteilung im gesamten Einzugsgebiet der jeweiligen Zeitung möglich, kleinere Bereiche können nicht abgedeckt werden.

Organisiert über eine Internet-Plattform

Hiermit wird ein neuer Weg der Organisation von Parallelverteilung vorgeschlagen. Die Parallelverteilung wird über eine Internet-Plattform organisiert. Diese Plattform bietet Serviceleistungen sowohl für Kunden von Werbeverteilungen, als auch für die Verteilfirmen. Zudem wird die Plattform auch weitere Serviceleistungen, insbesondere Jobangebote, liefern.

Konkret erbring die Plattform die folgenden Leistungen:

Für Kunden:

Übersicht über das Potential in bestimmten Verteilgebieten. Die Recherche erfolgt durch die Betreiber der Plattform. Diese Übersicht erfolgt als Kartendarstellung und in Textform. Ablesbar sind Anzahl Haushalte, Siedlungscharakter (überwiegend Mehr- oder Einfamilienhäuser, dies beeinflusst die Verteilkosten) und ggf. weitere Parameter. Die Aufteilung der Verteilgebiete erfolgt momentan auf Basis der Postleitzahlen, zukünftig sind ggf. sind auch andere Gebietseinheiten realisierbar.
Übersicht, in welchen Regionen bereits Verteilungen angefragt (aber noch nicht durch eine Verteilfirma übernommen) oder fest geplant sind.

Möglichkeit, sich entweder einer bestehenden angefragten oder fest geplanten Verteilung anzuschließen oder eine neue Anfrage zu stellen.

Hierbei kann der Kunde insbesondere die folgenden Parameter spezifizieren:

    • Gewünschtes Verteildatum
    • Kostenobergrenze (eine Verteilung kommt ggf. ausschließlich zustande, wenn die Kosten durch Parallelverteilung eine bestimmte Grenze unterschreiten können).
    • Maximale Anzahl von Werbematerialien anderer Anbieter, welche zum eigenen Material parallelverteilt werden dürfen (je größer die Anzahl, umso größer das Risiko, dass die Werbematerialien ungelesen entsorgt werden).
    • Ggf. Ausschluss der Parallelverteilung mit Materialien von Wettbewerbern (auf der Webplattform selbst wird aus Datenschutzgründen nicht ersichtlich sein, welche Branchen oder individuellen Kunden Verteilungen angefragt haben. Die Koordinationen erfolgt durch die Betreiber der Webplattform).

Für Verteilfirmen:

    • Übersicht über das Potential in bestimmten Verteilgebieten. Die Recherche erfolgt durch die Betreiber der Plattform. Diese Übersicht erfolgt als Kartendarstellung und in Textform. Ablesbar sind Anzahl Haushalte, Siedlungscharakter (überwiegend Mehr- oder Einfamilienhäuser, dies beeinflusst die Verteilkosten) und ggf. weitere Parameter.
    • Übersicht über bereits angefragte aber noch nicht übernommene Verteilanfragen. Die Verteilfirmen haben die Möglichkeit, diese Aufträge zu übernehmen.
    • Möglichkeit des Einstellens von Jobangeboten sowie des Einsehens von Jobgesuchen.

Für Arbeitssuchende:

    • Möglichkeit des Einstellens von Jobgesuchen (Prospektverteiler, Fahrer etc.) sowie des Einsehens von Jobangeboten.

Parallelverteilungen bietet die folgenden Vorteile:

Geringere Kosten für die Kunden. Parallelverteilung bedeutet, spezifisch auf die Anzahl Flyer umgerechnet, die Einsparung von Arbeitszeit und –kosten sowie geringeren Kraftstoffkosten für den Transport der Werbematerialien von der Zentrale zum Verteilpersonal.

Höhere Löhne für das Verteilpersonal. Prospekteverteilung ist bislang ein klassischer Niedriglohnbereich, die Arbeit selbst ist jedoch durchaus herausfordernd und anstrengend (Fußmärsche von x km pro Tag unter Transport von bis zu x kg Werbematerial bei häufig widrigen Witterungsverhältnissen). Prospekteverteiler sind in der Regel selbständige Unternehmer. Das Honorarmodell der Parallelverteilung basiert sowohl auf der Anzahl der abzudeckenden Adressen als auch der pro Adresse einzuwerfenden Materialien, d.h. Parallelverteilungen sind lukrativer als Einzelverteilungen. Ein Stundenlohn von 8,50€ sollte regelmäßig überschritten werden.

Effizienz:

Einsparung an Kraftstoff und CO2-Emissionen. Dies soll anhand folgender Beispielrechnung verdeutlicht werden: Ein für den Transport der Werbematerialien von der Zentrale zum Verteilpersonal eingesetztes Transportfahrzeug legt erfahrungsgemäß pro Jahr etwa eine Strecke von 20.000 km zurück. Als Diesel-Verbrauch angenommen (kombiniert innerorts und außerorts) seien 7-7,8 Liter je 100 km, dies entspricht einem CO2-Ausstoß von 185-205 g pro km[1]. Der Jahresverbrauch läge damit bei 1400-1560 Liter Diesel pro Jahr und der CO2-Ausstoß bei 3,7-4,1 Tonnen pro Jahr. Wenn durch Parallelverteilung die Touren eines Fahrzeugs auf die Hälfte reduziert werden können, liegt die Einsparung entsprechend bei etwa 700 Liter Diesel bzw. 4 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr.

Bessere Regionalinformationen für Verteilfirmen und Kunden. Die Betreiber der Plattform haben, auch unter Nutzung des Netzwerks an bereits beteiligten Verteilfirmen, bessere Recherchemöglichkeiten als individuelle Verteilfirmen. Dies betrifft relevante Charakteristika der Verteilgebiete, etwa Anzahl Haushalte, Siedlungscharakter (überwiegend Mehr- oder Einfamilienhäuser, dies beinflusst die Verteilkosten) und weitere Parameter.

Höhere Qualität der Verteilung. Zum einen ist besser bezahltes Verteilpersonal auch höher motiviert, Qualitätsarbeit zu leisten. Zum anderen erlaubt die Auftragsbündelung auch, bezogen auf die Anzahl des verteilten Materials, häufigere und gründlichere Qualitätskontrollen (durch stichprobenartige Befragungen von Verbrauchern innerhalb der jeweiligen Verteilgebiete, sowie durch Begleitung der Zusteller). Diese Maßnahmen zur Qualitätssicherung werden durch die Plattformbetreiber selbst durchgeführt.


[1] Werte gelten für Mercedes Sprinter 316CDI, mit Abgasnorm Euro5b+ Gr.III und Antrieb 4x2 mit BlueEFFICIENCY-Paket, Hinterachsübersetzung 3,923, Nutzfahrzeug-Zulassung.

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